Nachruf für Flugkapitän Wolfgang Eichmeyer 1941 – 2021

Zum Gedenken Flugkapitän Wolfgang -,, Adolf“ – Eichmeyer,

und wer ihn nicht kannte hat etwas verpasst. Nun hat sein Fliegerherz aufgehört zu schlagen – ein Urgestein von Agrarflieger wird nie wieder in die Luft abheben!

Wolfgang war ein Flieger durch und durch – mit allen Ecken und Kanten – Wolfgang war eben speziell. Wie und warum er Adolf genannt wurde wissen nur Insider !

Schon in ganz jungen Jahren war Adolf vom Fliegen begeistert. Während seiner Schulzeit  war er in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) im Flugsport aktiv.

Nach Abschluss der Oberschule ging er zu einer Fliegerschule der NVA (Nationale Volksarmee). Hier wurde er zum Piloten ausgebildet. Er flog auf den Typen JAK 18 und L – 60 Brigadier. Nach Auflösung der Transportstaffel kam Adolf zum  Wirtschaftsflug der Lufthansa die dann später in INTERFLUG umbenannt wurde.

In den ersten Jahren gab es beim Agrarflug noch keine festen Einsatzgebiete – sondern war heute hier und morgen in einem anderen Ort. Es war in der Tat ein  Zigeunerleben – wie man so sagt – oder darf man das heute nicht mehr sagen?

Später bekam auch Adolf ein festes Einsatzgebiet im ACZ Fehrbellin. Und wenn man heute durch Fehrbellin oder Wustrau geht und fragt wer hier – damals zu DDR Zeiten geflogen ist – na Adolf Eichmeyer-  kommt dann prompt die Antwort. Ja er war halt bekannt.

In der Zeit seiner fliegerischen Tätigkeit bekam er viele Auszeichnungen und war ein Vorbild für viele Piloten. Als Lehrkommandat vermittelte er vielen jungen Piloten sein Wissen und gab seine Erfahrungen gern weiter.

Wenn ich mich so erinnere hat Wolfgang folgende Flugzeugtypen geflogen: JAK 18 A, L -60 Brigadier, Z – 37, M – 18 sowie später dann Cessna.

Bis zu seinem Ableben hatte er noch eine gültige Fluglizenz worauf er sehr stolz war. Er war somit der älteste noch fliegende Agrarpilot. Ich weiß nicht genau wie viel  Starts und Landungen er gemacht hat aber so um die 100 000 Starts und ca. 12 000 Flugstunden, aber sicherlich wären noch einige hinzugekommen., denn Wolfgang wollte eigentlich 100 Jahre alt werden.

Ich bin der Meinung das bei Fliegertreffen – wie z. B. das jährliche Flugplatzfest in Gardelegen – Ballenstedt etc.- Adolf oft noch für Gesprächsstoff sorgen und somit nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Er wird  unter uns als Legende weiterleben.

Adolf, alles Gute für Deine Reise.

Eckhard Fischer

 

3 Replies to “Nachruf für Flugkapitän Wolfgang Eichmeyer 1941 – 2021”

  1. Wir möchten der Familie Von Wolfgang auch unser persönliches Beileid aussprechen. Ich habe Wolfgang Anfang der 90iger in Kyritz kennen und schätzen gelernt, kannte Ihn jedoch schon von Erzählungen meines Vaters aus den späten 60iger und siebzieger Jahren wo sie beide als Einsatzflugzeugführer geflogen sind.
    Wir haben uns immer sehr gefreut wenn er zu uns nach Gardelegen gekommen ist und das eine oder andere Teil für die Z-37 mitgebracht hat.
    Vor einiger Zeit hat er noch einige Platzrunden mit der Z-37-2 geflogen, er hatte nichts verlernt.
    Mit Ihm ist eine Agrarfluglegende von uns gegangen.

    Jakob Koch und Roland Koch

  2. Alles gute Wolfgang auf deiner letzten Reise. Mein herzliches Beileid an deine Angehörigen. Dein ehemaliger Kollege
    Werner Vogel

  3. Meine erste Begegnung mit ihm werde ich nie vergessen. Es war bei der Sitzung des Fördervereins in Kyritz. Wir kamen ins Gespräch, natürlich über die Fliegerei. Und dann sagte er mir: “Fahre nach Neubrandenburg zur Feier meines Verwandten …. . Der ist in Neubrandenburg eine MiG geflogen.” Ich fragte nach dem Namen und es war mein ehemaliger Pilot den ich u.a. auf meiner Maschine hatte. War ja Techniker im JG 2. Manchmal ist das alles schon irre.
    Wolfgang, bist beim letzten Flug. Danke das ich dich kennen lernen durfte. Alles Gute auf dem Flug und den Angehörigen mein aufrichtiges Beileid.

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